» Aberglaube

Kategorie: Allgemein
9. September 2008

Wer heiratet, ist zumeist ganz frisch verliebt, Mitte zwanzig und das ganze Leben liegt wie die Route 66 vor einem, es verbindet das Gefühl ,,zu zweit gegen den Rest der Welt” und leben ist wie Autobahnfahren: Rasant, geradlinig und voller interessanter Ausfahrten.

Liebesteddy © Pixelio/geralt

Natürlich ist das alles später gar nicht mehr so spektakulär, man muss die Aufgabe Alltag zusammen stemmen, Kinder groß ziehen, Geld verdienen und Lust und Liebe auch irgendwie aufrecht erhalten.
Das Leben plätschert so dahin und alles könnte ja so wunderbar einfach und schön sein, wenn. Ja, genau, wenn!

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Kategorie: Allgemein
4. September 2008

Und da ich es mir in diesen leidigen Themen gerade so schön gemütlich gemacht habe, heute gleich noch eines: Die berühmte Schwiegermutter, brrrr! ;-)

Gerade erst vor ein paar Tagen las ich einen angeblich seriösen Artikel über die berühmt böse Schwiegermutter, die die neue Tochter des Hauses versucht, wegzuekeln. In dem Artikel wurde argumentiert, dass die Mutter um das biologische Gut ihres Goldstückes bangt, dass ein paar verflixte Gene ihr den Spruch: ,,Gehet hin und mehret euch” ins Ohr wispern und verlangen, dass der Sohnemann seinen Samen gefälligst in alle Winde verstreut und nicht nur die junge Angetraute ,,beglückt”.

Aber da ist noch ein anderer Faktor, nämlich die Tatsache, dass keine Frau der Welt gut genug für den heiß geliebten Jungen ist. Kann sie denn auch kochen? Socken in richtiger Reihenfolge waschen? Versteht sie was von Erziehung? Und überhaupt – macht sie mein Kind auch wirklich so glücklich, wie ich ihn immer glücklich gemacht habe? Bisher war Mutter die einzige – und wichtigste – Frau im Leben des flügge werdenden jungen Mannes. Und plötzlich ist es eine andere. Das kann schon ganz schön weh tun.

Jetzt heißt es: Abschied nehmen und loslassen. Das aber ist für alle Eltern schwer und ist auch keine Frage der Ehelichung. Also, was ist wirklich dran, an der Sagen umworbenen, bösen Schwiegermutter? Ich glaube: Nichts. Natürlich mag die Mutter im ersten Moment das Fräulein kritisch beäugeln, natürlich spielen da ambivalente Gefühle eine Rolle. Aber eine Schwiegermutter ist auch nur eine Mutter, also eine Frau mit tiefen Gefühlen und Ängsten. Und das einzige, was diese möchte, ist: ihr Kind beschützen.

Darum sollten frisch gebackene Ehefrauen sich Spitzen seitens der Mama nicht allzu sehr zu Herzen nehmen, denn da steckt sicherlich keine ernsthafte Boshaftigkeit hinter. Mag ja sein, dass es die Stiefmutter aus Aschenputtel tatsächlich gibt, sie ist doch aber eher die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Auf jeden Fall finde ich dieses Vorurteil ganz furchtbar und finde, dass damit dringend aufgeräumt werden sollte. Schon allein aus Respekt diesen Müttern gegenüber!

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Kategorie: Bräutigam
26. August 2008

Die Morgengabe ist ein eher altmodisches Geschenk und den meisten Brautpaaren nicht einmal geläufig.

Liebe © Pixelio/hofschlaeger

Die Morgengabe bekam die Braut nach der ersten Hochzeitsnacht von ihrem nun angetrauten Ehemann: Dieses Geschenk diente hauptsächlich dazu, die Frau im Falle des Todes des Partners, diese abzusichern, damit sie auch als Witwe – trotz Trauer – ein sicheres Leben führen kann.
Heute ist diese Gabe eher unüblich und dient eher dazu, die Liebe und Verbindung zweier Menschen zu vertiefen.

Hierbei ist natürlich die Kreativität des Mannes gefragt :-) ! Viele frisch gebackene Ehemänner sichern ihrer – oftmals schon schwangeren – Frau schriftlich zu, auch nach der Geburt des Kindes voll für sie dazusein, im Haushalt und bei der Erziehung tatkräftig mit ,,anzupacken”. Wobei ich persönlich diese Zusicherung eher als Witz begreifen würde, da ich es als selbstverständlich erachte, dass Mann und Frau beide im angemessenen Verhältnis füreinander da sind! Und das Kind ist ja nicht nur das von der Frau, der Mann hat da einiges beigesteuert ;-) .

Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Vertrag zu ,,schenken”, der die Frau im Falle einer Trennung bzw. Scheidung absichert. Nur finde ich auch diesen Trend geschmacklos, denn direkt nach der ersten Hochzeitsnacht sich die eventuelle Trennung vor Augen zu halten, zaubert nicht gerade ein glücklich verliebtes Lächeln auf das Gesicht der Frau.
Natürlich ist es wichtig, sich auch mal über die unschönen Seiten des Lebens Gedanken zu machen, doch nicht nach einer frischen Trauung, da sollte das Liebesglück einfach nur genossen werden! Oder…?

Die Idee der Morgengabe ansich finde ich jedoch nicht schlecht, wenn sich der Mann einfach etwas schönes ausdenkt, um der Frau noch einmal seine einzigartige und große Liebe zu ihr zu zeigen. Das kann aber auch schon eine lieb gemeinte Geste sein oder ein ganz persönliches – intimes – Geschenk. Ganz nach Gütdenken :-) !

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Kategorie: Allgemein
23. August 2008

Es gibt viele Gründe, sich von Gott den Segen abzuholen. Aber auch eben einige dagegen.

Die Hochzeit ist wohl in jedem Klein-Mädchen-Blondwuschelkopf der absolute Inbegriff für den schönsten Tag in ihrem Leben. Ein toller Mann, der sie vergöttert und ihr vor Gott versichert, für immer an ihrer Seite und mit ihr zu leben.
Wie romantisch!

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Kategorie: Heiratsanträge
22. August 2008

Hochzeitsringe © flickr / Jeff Belmonte

Ein unschönes Thema, aber ein realitätsnahes. Heiraten aus Angst und nicht aus Liebe.

Ich meine nicht unbedingt die klassische Zweckheirat, bei der verhindert werden soll, dass ein Partner abgeschoben wird, oder die Heirat zu diplomatischen Zwecken unter schwerreichen Königskindern – ich rede beispielsweise davon, wenn Leute sich trauen lassen, um Eheprobleme zu kitten.

Viele heiraten um den Partner an sich zu binden. Das kann eigentlich nie gutgehen. Denn eine Heirat aus Beziehungsangst bringt von vornherein die schlechtesten Bedingungen für eine stabile Ehe mit sich.

Natürlich bringt eine Heirat finanzielle und steuerliche Vorteile. Natürlich ist man als Ehepaar enger an sich gebunden. Gerade letzteres ist aber nicht von Vorteil, wenn vor der Trauung ernsthafte Differenzen bestehen. Auch wenn einer der Partner über viel Geld verfügt und der andere nicht, ist leider Gottes Potential für ein Problem gegeben.

Also vor der Heirat überprüfen, ob die beiden Menschen überhaupt zusammenpassen. Ob man sich liebt. Sehr triviale Vorschläge, die viel zu oft nicht befolgt werden.    [...mehr]


Kategorie: Allgemein
18. August 2008

Wer heiratet, beginnt ein neues Leben. Plötzlich ist alles anders?

Liebesapfel © Pixelio/Jürgen_Acker

,,Der Mensch ist eine Insel.” – Diese Aussage hätte von mir stammen können. Ich war perfekt in meinem Single-Haushalt eingerichtet, ich konnte tun und lassen, schalten und walten, wie ich wollte, ohne dass es irgendwen interessiert hätte. Meine Mal-Utensilien auf dem Boden verteilen, mit bemalten Jeans herum laufen, Socken auf dem Sofa liegen lassen oder den ganzen Tag faul im Bett herum fläzen. Ich habe es geliebt. Und die Vorstellung, all das zu teilen – und dann auch noch für den ganzen Rest meines Lebens fand ich eher beängstigend.

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Kategorie: Hochzeitsbräuche
20. März 2008

Eine Hochzeit besteht aus einer Vielzahl an Sitten, Bräuchen und Streichen. Darüber den Überblick zu behalten ist manchmal gar nicht so einfach! Denn schließlich kann man auch ganz ordentlich ins Fettnäpfchen treten…!

Hochzeitsauto © Flickr / Allerina & Glen MacLarty

Was hat es eigentlich damit auf sich? Warum trägt der Bräutigam seine Liebste über die Türschwelle? Auch das hat mal wieder, mit einem alten Aberglauben zu tun. In dem neuen Heim der Braut lauern unter der Türschwelle böse Geister, die dem jungen Paar, und anscheinend besonders der Braut, ihr Glück nicht gönnen. Doch da der tapfere Ehemann seine Geliebte eben darüber hinweg trägt muss sie sich keine Sorgen machen. Die dunklen Mächte kommen nicht an sie ran.

Doch die beiden müssen ja auch zu ihrem neuen Heim hin kommen. Und wenn sie sich nicht für eine Kutsche entschieden haben, so werden sie das in ihrem Auto tun. Das könnt ihr übrigens ganz leicht ein bisschen aufpolieren, weißes Geschenkband und ein Gesteck vom Blumenhändler lassen jedes Gefährt bald richtig schick aussehen. Das Blumengesteck solltet ihr besser nicht selbst basteln, denn Floristen wissen wie sie es so zusammenbinden, dass bei dem ersten Windstoß und der zweiten Kurve nicht gleich auseinander fällt.Blechdose © Pixelio / beekeeper

Ein beliebter Streich der Hochzeitsgäste ist das Anbinden einer Dosenkette an das Auto des Hochzeitspaares. Dabei solltet ihr aber auch einige Dinge beachten. Die Dosen sollten gut miteinander verbunden sein, damit sie sich während der Fahrt nicht lösen und einen Fußgänger treffen. Also feste Schnur die nicht durchscheuert nehmen. Außerdem sollten die Dosen mit einigem Abstand am Auto befestigt werden, damit sie die Karosserie nicht beschädigen. Löst am Besten auch vorher die Schildchen von den Dosen ab. Nun steht dem Streich und der Hochzeit eigentlich nichts mehr im Wege!    [...mehr]


Kategorie: Hochzeitsbräuche
7. Februar 2008


Brautstrauß © Flickr / idiottool

Die ersten Bilder die man vor dem inneren Auge sieht wenn man das Wort Hochzeit hört, haben wahrscheinlich genau mit diesen drei Worten zu tun. Nach der Trauung wird das frisch vermählte Paar mit Reis beworfen. Der Reis symbolisiert Fruchtbarkeit und soll so denn beiden Nachwuchs garantieren. Möchte das Paar nicht kirchlich heiraten, kann der Reis auch vor dem Standesamt geworfen werden.

Doch nicht nur die Gäste werfen mit Reis auch Braut und Bräutigam dürfen einmal werfen. Die Braut den Strauß, und der Bräutigam das Strumpfband seiner Liebsten. Dabei stellen sich die Junggesellen und Junggesellinnen unter den Hochzeitsgästen hinter die beiden Heiratskandidaten und versuchen jeweils die Blumen oder das kleine Stück Stoff zu fangen. Diejenige welche den Brautstrauß nun gefangen hat heiratet angeblich als nächstes. Gleiches gilt für den Junggesellen, der das Strumpfband gefangen hat. In Frankreich wird das Brautaccessoire übrigens versteigert und kommt somit der Haushaltskasse oder vielleicht den Flitterwochen der Verheirateten zu Gute.

BlumenmädchenAuch die Blumenmädchen dürfen natürlich bei keiner Hochzeitsfeier fehlen. Die Kleinen sind meist schnell dafür zu begeistern Blumen oder Blütenblätter zu werfen. Für welche Blumen ihr Euch entscheidet liegt bei Euch; hier einige Bedeutungen für die beliebtesten Blumen. Rote Rosen stehen zum Beispiel für leidenschaftliche Liebe, während weiße Rosen Einheit und Treue symbolisieren, ähnlich wie Efeu. Wer sich für Rosen in orange entscheidet stellt damit Glück und Hoffnung dar. Auch gelbe Rosen stehen für Freude, allerdings auch für Eifersucht. Als ein Zeichen für Reichtum wird die Pfingstrose benutzt, für Unschuld hingegen steht das Gänseblümchen. Doch wem eine Blume besonders gut gefällt der sollte meiner Meinung nach nicht so sehr auf die Bedeutung schauen. Eine Lieblingsblume kann ja auch eine ganz individuelle Bedeutung für jeden Einzelnen haben.    [...mehr]


Kategorie: Hochzeitsbräuche
6. Februar 2008

Scherben Polterabend © Johann Dudla / PIXELIO

Scherben bringen Glück! Das weiß doch jedes Kind. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass vor der Hochzeit ordentlich mit Tellern, Tassen und Suppenschüsseln gescheppert wird.

Doch woher genau kommt dieser Brauch? Zu dieser Frage gibt es verschiedene Theorien. Manche behaupten die Junggesellen, die nicht das Glück hatten die Braut heiraten zu dürfen, könnten so ein bisschen Dampf ablassen. Doch schließlich dürfen ja alle, Männlein wie Weiblein und verheiratet wie unverheiratet, munter das Porzellan auf den Boden werfen. Es gibt scheinbar noch weitere Gründe: Durch das laute Klappern werden die bösen Geister von dem Brautpaar ferngehalten, das klingt doch plausibel.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass auf gar keinen Fall Gläser oder gar Spiegel beim Poltern zu Bruch gehen. Dies bringt sieben Jahre Pech in die Ehe, so der Aberglaube. Am besten man informiert die Gäste kurz was sie alles zerdeppern dürfen,Zerbrochenes Geschirr © Rebel / PIXELIO darunter fällt nicht nur Porzellangeschirr, sondern auch Keramiksachen. Um sich die bösen Geister noch effektiver vom Halse zu halten darf auch gerne mit Blech- und Metallgegenständen Krach gemacht werden.

Den entstandenen Scherbenhaufen muss das junge Paar am Ende allerdings selbst zusammenfegen. Auch das hat einen Hintergrund. Braut und Bräutigam sollen lernen die schwierigen Lebensphasen gemeinsam zu meistern. Um die beiden so richtig auf die Probe zu stellen, wird oft kurz bevor das zerbrochene Geschirr beseitig ist der Scherbencontainer noch einmal umgekippt. Das künftige Ehepaar muss sich also auf mehrfaches Fegen einstellen, doch danach wird meist umso ausgelassener gefeiert.

Eine offizielle Einladung gibt es übrigens meist nicht, es werden Tag und Ort bekannt gegeben und dann kann kommen wer möchte. Der Tradition nach findet die Feier an dem Freitag oder Donnerstag vor der Hochzeit statt und zwar vor dem Haus der Braut. Falls diese noch bei ihren Eltern wohnt, wird dort geklirrt und geklappert was das Zeug hält.

Auch wenn es so einigen ein schlechtes Gewissen bereitet einfach so das schöne Geschirr zu zerschlagen, ich freue mich schon auf den nächsten Polterabend. Und mit den Frühlingsmonaten kommt der bestimmt…!



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